Fragen zum Programm?

Frau Dr. Gabriele Stumm

Tel. 089-950084-0

abc@4sigma.de

4sigma GmbH


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Bayerische Telemedallianz

Apfel  oder Birne: Dick ist nicht immer ungesund

Gesund und fit zu bleiben ist der wichtigste Wunsch für das Alter: Einer Online-Umfrage zufolge wünschen sich das 87 Prozent der Deutschen (www.statista.com). Gerade heute sind immer mehr Menschen gesundheitsbewusst und selbstkritisch. Fitness- und Diät-Angebote boomen, weil wir alle wissen, dass Übergewicht und Bewegungsmangel gesundheitsschädlich sind und die Lebensqualität einschränken. Dennoch sind in Deutschland laut einer Studie des Robert-Koch-Instituts 67% der Männer und 53% der Frauen übergewichtig. Aber: Nicht jeder mit zu vielen Pfunden ist gleich krank. Wir haben drei Experten zum Thema Abnehmen gefragt, ab wann wir unser Gewicht im Auge haben sollten und was eine alltagstaugliche Strategie für mehr Bewegung sein kann.


Herr Professor Luley, Sie haben sich an der Universität Magdeburg lange damit beschäftigt, wie sich Übergewicht auf die Gesundheit auswirkt, speziell bei Menschen mit Diabetes und Bluthochdruck.

 

Ab wann ist denn Dicksein eigentlich schädlich?

Prof. Luley: „Vereinfacht gesagt ist Übergewicht dann ungesund, wenn es sich am Bauch niederschlägt. Wir sprechen dann gern bildlich vom Apfeltyp. Beim Birnentyp sitzt es ja eher an Oberschenkeln und Hüfte. Aber gerade das Bauchfett ist mit einem erhöhten Risiko für Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bestimmten Krebsarten verbunden. Denn es ist empfindlicher für Hormone, z. B. für Insulin, das den Zuckerstoffwechsel steuert, und es schüttet Entzündungsstoffe aus. Beim Fett auf den Hüften ist das gesundheitliche Risiko deutlich geringer

Und wie werden wir das Bauchfett los?

Prof. Luley: „Gezielt leider gar nicht. Aber langfristig generell abzunehmen, dadurch auch wieder fitter zu werden und seine Blutwerte zu verbessern, ist sehr wohl möglich. Wir haben das ABC-Programm entwickelt und mit unseren Patienten in mehreren Studien untersucht, wie sich wichtige Blutwerte mit dem Gewichtsverlust verändert haben. Bei unseren Teilnehmern mit Diabetes mellitus konnten wir auch Medikamente erheblich reduzieren, in manchen Fällen sogar vollkommen absetzen

Abnehmen also als Medizin?

Prof. Luley: „Unbedingt! Abnehmen ist die erste und wichtigste Maßnahme. Im ABC-Programm kommt zum Gewichtsverlust noch der Nutzen der Ernährungsumstellung und der Bewegungssteigerung hinzu. Wir setzen auf drei Säulen: Wir stellen die Ernährung so um, dass gezielt langsam wirkende Kohlenhydrate gegessen werden, und wir kontrollieren und steigern die Alltagsbewegung mithilfe eines Bewegungssensors. Denn gerade die gemäßigte, aber tägliche Bewegung hilft beim Verbrennen von Fett. Leistungssport geht ja eher auf die Zuckerreserven und ist für das Abnehmen erst in zweiter Linie hilfreich. Außerdem – und das ist die dritte Säule – braucht der abnehmende Mensch Motivation und Bestätigung. Beides bieten wir, indem wir die persönlichen Daten auswerten und dem Teilnehmer zurückmelden. Wir begleiten und betreuen ihn, solange er es braucht.“

Frau Dr. Stumm, Sie arbeiten als ärztliche Leiterin bei dem Gesundheitsberater 4sigma und haben gemeinsam mit Professor Luley eine eigene Studie zum ABC-Programm durchgeführt. Was kam dabei heraus?

Dr. Stumm: „Wir wollten wissen, welche Form der regelmäßigen Betreuung am besten dazu führt, dass Teilnehmer eher am Ball bleiben und mehr abnehmen als Personen, die „nur“ eine normale Standard-Ernährungsberatung bekommen. Ein Jahr lang haben wir Abnehmwillige begleitet. Die eine Gruppe bekam jede Woche einen Feedback-Brief, die andere jeden Monat eine telefonische Feedback-Beratung. Tatsächlich haben diejenigen, die wir auf diese Weise regelmäßig betreut und motiviert haben, mit 9-12% Gewichtsverlust deutlich mehr abgenommen als die „Alleingelassenen“. Die haben nur etwa 3-4% ihres Ausgangsgewichts verloren. Außerdem haben doppelt so viele Nicht-Betreute das Vorhaben während der Laufzeit abgebrochen wie Betreute.“

Heißt das, die Betreuten fühlen sich trotz Diät und Essens-Verzicht besser und wollen deshalb weiter machen?

Dr. Stumm: „Ach, darum geht es doch gar nicht. Bei einem guten Abnehm-Programm verzichtet niemand. Das würde auf Dauer auch nicht funktionieren. Es geht um eine Umstellung der Ernährung auf geeignetere Lebensmittel und um ein gutes Stück mehr Alltagsbewegung. Unsere Teilnehmer haben auf jeden Fall wieder mehr Lebensfreude verspürt. Das können wir auch belegen. Dazu haben wir den standardisierten und international gängigen WHO-5-Fragebogen herangezogen und die subjektiv gefühlte Lebensqualität zu Beginn und Ende der Beratung gemessen.

Frau Dr. Hollweg-Böckler, Sie sind die Projektleiterin des ABC-Programms bei der 4sigma GmbH. Wie kann ich teilnehmen?

Dr. Hollweg-Böckler: „Bundesweit wurden bereits zahlreiche Ärzte, Apotheker und Ernährungsberater als Betreuer für das ABC-Programm zertifiziert – auch Ärzte der 4sigma GmbH. Bei uns läuft das Programm unter dem Motto „Fit heute und morgen“. Wir halten die Einführungsschulung in die Ernährungsumstellung und leiten die Handhabung des telemedizinischen Bewegungssensors an. Anschließend betreuen wir die Teilnehmer wöchentlich mit schriftlichen Rückmeldungen über die Laufzeit von 6 Monaten. Bei Bedarf sind wir auch immer persönlich ansprechbar. Wer also abnehmen will und einen PC und Internetzugang besitzt, kann teilnehmen und sich bei uns direkt anmelden. Die meisten Krankenkassen bezuschussen das Programm, z.T. bis zu 85%, wenn medizinische Gründe für das Abnehmen sprechen, z.B. erhebliches Übergewicht, Diabetes oder Bluthochdruck. Wir bieten regelmäßig Schulungen im Raum München an, der nächste Termin ist der 17. September 2015. Termine und alle weiteren wichtigen Informationen gibt es auf unserer Webseite www.fitheuteundmorgen.de.“

Nominiert für den MSD-Gesundheitspreis

Das ABC-Programm wurde kürzlich für den MSD-Gesundheitspreis nominiert. Der Preis fördert herausragende, wegweisende und nachahmenswerte Lösungen im Bereich der Patientenversorgung. Mehr unter www.fitheuteundmorgen.de

Apfel oder Birne – Welcher Typ bin ich?

Taille-Hüfte-Verhältnis

Wer seinen Typ herausfinden will, misst das Taille-Hüfte-Verhältnis. Dieses Maß zeigt, wo das Körperfett lokalisiert ist. Messen Sie ihren Hüftumfang dort, wo er am breitesten und ihren Taillenumfang dort, wo er am schmalsten ist (in der Regel ist das am Bauchnabel). Teilen Sie dann den Taillenumfang durch den Hüftumfang. Bei über 0,8 (Frauen) bzw. 1,0 (Männern) gehören auch Sie zum Apfeltyp.

Bauchumfang

Noch einfacher geht’s nur mit dem Bauchumfang: Messen Sie etwa 2 cm oberhalb des Bauchnabels. Lesen Sie Ihr Gesundheitsrisiko dann einfach in der Tabelle ab.

 

Diese Werte gelten für Frauen

 

Bauchumfang

Gesundheitsrisiko

Unter 80 cm

gering

80–88 cm

mäßig erhöht

über 88 cm

erheblich erhöht

 

Diese Werte gelten für Männer

 

Bauchumfang

Gesundheitsrisiko

Unter 92 cm

gering

92-104 cm

mäßig erhöht

Über 104 cm

erheblich erhöht

 

Text, Interview und Grafiken:

Dipl.-Biol. Janine Lipowsky